Steigende Mieten, teils knapper Wohnraum, Eigentümerfluktuation und starker Neubau sowie Siedlungsverdichtung sind auch in Spandau die Kehrseite der gestiegenen Attraktivität Berlins und betreffen die Neustadt sowohl direkt als auch indirekt. Bestandswohnungen und die dafür stark steigenden Mieten waren in unserem Stadtteil lange Standard. Der Bauboom in Berlin hat im Windschatten der Schließung des Flughafens Tegel ebenfalls die Neustadt erreicht. Er konzentriert sich direkt auf den Uferbereich Nähe Eiswerder (ehemalige Senatsspeicher) und auf die Insel selbst. Weiterhin im Rahmen von Lückenschlüssen auch in der Falkenhagener Str. und an der Ecke Bismarckstr/Hügelschanze. Gerade die Liegenschaften am Wasser sprechen nach Recherchen eine kaufkräftigere Klientel an, verdrängen Kulturangebote und begünstigen neben einer mehr zu beobachtenden Eigentümerfluktuation von Immobilien die Gentrifizierung. Die kulturelle Vielfalt, die Angelvereine, die Bootswerften, das Restaurant und der Musikclub müssen erhalten und geschützt werden. Wir beobachten mit Sorge die Verdrängung von stationärem Handel und Gewerbe und Kunstwerkstätten. Dieser Situation sollte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegengewirkt werden.

Das grob zwischen Hohenzollernring und Neue Bergstraße liegende Gewerbegebiet „Alexander Barracks“ wird zukünftig von vielen Änderungen betroffen sein. Der großflächige Übergang von Liegenschaften aus den Händen des Bundes an das Land Berlin hat u.a. Einfluss auf das dortige Gewerbe, Sportstätten (siehe Sport), einen Schulneubau und die Präsenz des Vivantes Konzerns. Letztere umfassen sowohl eine Erweiterung des bisherigen Klinikstandortes um die neue Bergstraße herum als auch die Schaffung des Vivantes Campus im Bereich vom Hohenzollernring südwärts. Die SPD befürwortet die damit einhergehende Stärkung des Gesundheitsstandortes Spandau, weist aber auch auf die Folgen für das aktuell dort ansässige Gewerbe (in der Mehrzahl Kfz-Handwerksbetriebe) hin. Wir fordern einen größtmöglichen Verbleib dieser kleinen und mittleren Unternehmen in der Neustadt oder die Perspektive von Ersatzflächen im Bezirk Spandau zur Arbeitsplatzerhaltung. Die für den Wassersport notwendigen Steganlagen an der Havel müssen langfristig gesichert und geschützt werden. Die Genehmigung neuer Steganlagen sollte innerhalb einer kurzen Zeitspanne erteilt werden. Wir wollen die Segel- und Angelvereine in ihrer Arbeit für die Jugend unterstützen. In der Spandauer Neustadt gibt es keine Bademöglichkeiten entlang der Havel. Wir unterstützen die Idee eines sog. „Badeschiffes“, welches an der Rückseite der Insel Eiswerder vor Anker gehen könnte. Dazu gehört für uns ein Nutzungskonzept, ein Betreiber sowie die Errichtung einer öffentlichen Toilettenanlage.

Für den Stadtteil der Spandauer Neustadt sind perspektivisch im Rahmen der Schulbauoffensive und durch den geplanten Schulneubau die Entwicklung steigender Schülerzahlen gut vorgeplant. Angrenzend an die Spandauer Neustadt (Am Fehrbelliner Tor / Kinkeplatz), entsteht 2023/24 eine neue dreizügige Grundschule.

Der öffentliche Straßenverkehr in der Spandauer Neustadt findet im Wesentlichen auf den beiden Magistralen Schönwalder und Neuendorfer Straße und im kurzwegigen Individualverkehr statt. Durch die Entstehung neuen Wohnraumes im Spandauer Norden hat sich auch die Verkehrsbelastung in der Spandauer Neustadt auf den zwei Magistralen Schönwalder Str. und Neuendorfer Straße erhöht. Schon heute sind diese beiden Durchgangsstraßen zu den Hauptverkehrszeiten zu stark frequentiert.